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  • Die Rente nähert sich …

    Die Rente nähert sich …

    Es gibt diesen Moment, in dem man merkt, dass sich etwas verschoben hat.

    Nicht laut.

    Nicht mit Ansage.

    Eher so, als hätte jemand im Hintergrund die Kulisse ausgetauscht.

    Ich sitze in meinem Comiczimmer. Zwischen tausenden Seiten, die mich mein ganzes Leben begleitet haben. Karl May. Jules Verne. Dominik. Perry Rhodan. Möbius. Schuiten.

    Früher waren das Ausbrüche. Kleine Fluchten aus einem Alltag, der funktioniert hat, funktionieren musste. Ich habe diese Welten betreten, um kurz weg zu sein – und bin dann wieder zurückgegangen.

    Zur Arbeit. Zur Verantwortung. Zu den Systemen.

    Heute sitze ich hier – und merke: Ich muss gar nicht mehr zurück.

    Das System läuft weiter. Ohne mich. Und das ist kein Verlust. Es ist… ungewohnt ruhig.

    Vielleicht ist es genau das, was mich an „Der Turm“ von Schuiten immer so fasziniert hat. Dieses endlose Funktionieren ohne erkennbaren Sinn. Räume, die betreten werden, weil man sie betreten muss. Wege, die gegangen werden, weil sie da sind.

    Schuiten Der Turm

    Und dann dieser kleine Moment. Ein Zweifel. Ein Bruch in der Logik.

    Nicht laut. Nicht dramatisch. Aber ausreichend, um zu merken: Es geht auch anders.

    Ich glaube, ich war schon immer ein Träumer. Aber ich habe gelernt, meine Träume zu strukturieren. Daraus Systeme zu bauen. Dinge zu entwickeln, die funktionieren.

    Das hat mich weit gebracht.

    Aber jetzt, in diesem Raum, zwischen all den Geschichten, passiert etwas anderes. Die Träume drängen sich nicht mehr zwischen zwei Termine. Sie haben Platz. Zeit. Gewicht.

    Und das fühlt sich… fast ein bisschen unwirklich an.

    Wie bei Möbius. Diese weiten Landschaften, in denen nichts passiert – und genau deshalb alles möglich ist.

    Comic Moebius Arzach

    Vielleicht ist das der eigentliche Übergang.

    Nicht vom Arbeiten ins Nichtstun.

    Sondern vom Funktionieren ins Wahrnehmen.

    Ich muss nichts mehr zusammenhalten. Nichts mehr steuern. Nichts mehr optimieren.

    Ich kann einfach da sitzen. Schauen. Lesen. Denken.

    Und zum ersten Mal seit sehr langer Zeit habe ich nicht das Gefühl, dass ich gleich wieder aufspringen muss.

    Vielleicht ist das der Moment, in dem man merkt, dass ein Lebensabschnitt wirklich zu Ende geht.

    Nicht, weil etwas aufhört.

    Sondern weil etwas anderes beginnt.